» Home » Beratung + Hilfe


Rechtsinformationen

Frauen und Mädchen ab 15 Jahre erhalten im Frauennotruf jede Form der Unterstützung bei Fragen zu Schutzmaßnahmen, Strafanzeige, Nebenklage, Gerichtsverhandlung etc.
Wir beraten Sie, wenn Sie

  • die Beweise für die Tat anonym sichern lassen möchten, um sich in Ruhe überlegen zu können, ob Sie eine Anzeige erstatten möchten,
  • das Für und Wider einer Strafanzeige abwägen möchten,
  • eine Begleitung zur Anzeigenerstattung zur Polizei wünschen,
  • bereits Anzeige erstattet haben,
  • sich auf den Gerichtsprozess vorbereiten möchten und / oder
  • eine Begleitung während des Prozesses wünschen.

Vorbereitung auf den Gerichtsprozess

Im Gespräch können Sie sich über den Ablauf und die Bedingungen bei einer Gerichtsverhandlung informieren. Wir helfen Ihnen, sich mit der Atmosphäre bei Gericht vertraut zu machen.

Wir raten allen Frauen, sich für den Prozess den juristischen Beistand einer Anwältin oder eines Anwalts zu sichern. Wenn Sie eine Nebenklagevertretung beauftragt haben, sind Sie nicht nur Zeugin vor Gericht. Sie haben dann die Möglichkeit zur Akteneinsicht oder können Rechtsmittel einzulegen u.a..
Sollte die von Ihnen gewählte Anwältin / der Anwalt zusätzliches Honorar verlangen, sprechen Sie uns bitte noch einmal an.

Gerichtsprozess

Viele Frauen erleben den auf die Strafanzeige folgenden Gerichtsprozess als belastend. Sie sind über die Begegnung mit dem Angeklagten im Gerichtssaal beunruhigt und empfinden ihre eigene Aussage, die Fragen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft as Belastung.
Sehr häufig aber erleben wir auch, dass Frauen trotz aller Anstrenung den Gerichtssaal gestärkt verlassen!

Wenn Sie möchten, begleiten wir Sie während der Hauptverhandlung. Während Ihrer Zeugenaussage kann eine Notruf-Mitarbeiterin an Ihrer Seite im Gerichtssaal sitzen.

Opferentschädigung

Als Opfer einer Gewalttat, auch sexueller Gewalt, können Sie aufgrund von gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Folgen dieser Tat auf Antrag verschiedene Versorgungsleistungen erhalten. Das ist bei Vergewaltigungen häufig der Fall. Das Opferentschädigungsgesetz (OEG) gilt für Ansprüche aus Gewalttaten, die nach Mai 1976 begangen worden sind. Opferentschädigung umfasst insbesondere Heilbehandlungen (z.B. Psychotherapie) und Rentenleistungen.

Den Antrag auf Leistungen nach dem OEG sollten Sie bei dem für Ihren Wohnsitz zuständigen Versorgungsamt stellen. Alternativ können Sie den Antrag auch bei einer Krankenkasse, einem Rentenversicherungsträger oder bei Ihrer Gemeinde abgeben.

Wenn die Straftat im Ausland begangen wurde, Ihr gewöhnlicher Aufenthaltsort aber Deutschland ist und Sie Deutschland auch nicht länger als 6 Monate verlassen haben, ist ebenfalls ein Antrag nach dem OEG möglich.

Der Antrag sollte so früh wie möglich gestellt werden. Denn: Wenn zwischen Gewalttat und Antrag mehr als 12 Monate Zeit vergangen sind, wird die Leistung in der Regel erst ab dem Zeitpunkt der Antragstellung gewährt. Sonst erfolgen die Leistungen auch rückwirkend bis maximal zum Tattag.

Das Vorliegen einer Strafanzeige ist zwar nicht erforderlich, aber Sie müssen als Antragstellerin "an der Aufklärung des Sachverhaltes mitwirken". Das bedeutet, dass Sie alle erforderlichen Angaben machen müssen, die in den Anträgen erfragt werden. Die Sachbearbeiter/innen stellen dann die nötigen Ermittlungen an, um den Sachverhalt aufzuklären und über mögliche Leistungen entscheiden zu können. Dazu können sie auch medizinische Unterlagen hinzuziehen, mögliche Zeugen und Zeuginnen befragen oder Gutachten anfordern. Auch Sie selbst als Antragstellerin müssen möglicherweise in einem persönlichen Gespräch Angaben zu der Tat machen.
Die Erfahrung zeit, dass Opferentschädigungsleistungen ohne das Vorliegen einer Strafanzeige schwierig zu erhalten sind.

In der Meldung "Informationen und Hinweise zum Antrag auf Opferentschädigung" finden Sie ein Informationsblatt unserer Beratungsstelle sowie den Link zum Antragsformular des Landschaftsverbandes Rheinland. Wir informieren Sie auch gerne ausführlich in einem persönlichen Gespräch und unterstützen Sie bei der Antragstellung auf Opferentschädigung und den dafür erforderlichen Schritten.

Informationsstand zur rechtlichen Situation (04/2017)

Die Dauer von Verjährungsfristen richtet sich generell nach der Schwere der Straftat.
Die Verjährungsfrist beginnt seit dem 21.01.2015 mit der Vollendung des 30. Lebensjahres.
  • Vergewaltigung und sexuelle Nötigung verjährt nach 20 Jahren (§ 177)
  • Sexueller Missbrauch von Kindern verjährt - abhängig vom Tatgeschehen - nach 5 Jahren, 10 bzw. 20 Jahren (§ 176 / § 176a)
  • Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen verjährt nach 10 Jahren (§ 179)
  • Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen verjährt nach 5 Jahren (§ 174)

  • Die Verbreitung von Nacktfotos oder entsprechenden Filmen ohne die ausdrückliche Einwilligung der betreffenden Person gilt als Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung (§210a StGB - Unerlaubte Bildaufnahmen).

 

"Aachener Verbund Psychosoziale Prozessbegleitung" stellt neuen Informationsflyer und erste Erfahrungen aus der Praxis vor

[...]

14.06.2017

"Aachener Verbund Psychosoziale Prozessbegleitung" - Gründungsmitglied Frauennotruf macht neues Angebot

Seit Anfang 2017 haben Opfer einer Straftat Anspruch auf eine Psychosoziale Prozessbegleitung - in besonderen Fällen werden die Kosten auf Antrag vom Gericht [...]

27.04.2017

Landesgewaltschutzkonzept für Flüchtlingseinrichtungen des Landes NRW

Das vom Ministerium für Inneres und Kommunales NRW vorgelegte Landesgewaltschutzkonzept für Flüchtlingseinrichtungen gilt künftig als Grundlage für die [...]

06.02.2017

Fonds Sexueller Missbrauch der Bundesregierung:
Betroffene sexuellen Missbrauchs im Kindes- oder Jugendalter können Anträge auf Hilfeleistungen einreichen!

Männer und Frauen, die als Minderjährige Opfer von sexuellem Missbrauch im familiären Bereich oder in einer Institution geworden sind, können seit 2013 [...]

25.04.2016

Im Notfall ...

Wenn Sie in einer akuten Bedrohungssituation telefonieren können, wählen Sie die Notrufnummer 110. [...]

04.04.2016

Aachener Modellprojekt zur anonymen Beweismittelsicherung im April 2012 eingestellt

Das Modell der 'anonymen Beweissicherung' in der Aachener Region wurde im April 2012 eingestellt! Die bisherigen Informationen und Anleitungen in Bezug [...]

08.01.2016

Informationen und Hinweise zum Antrag auf Opferentschädigung

Hier finden Sie einige Informationen, die vielleicht hilfreich sind, bevor Sie sich konkret mit dem Antrag auf Opferentschädigung beschäftigen. Das [...]

09.10.2012

Frauennotruf Aachen an der Ausarbeitung von Mindeststandards für die psychosoziale Begleitung von Zeuginnen und Zeugen im Strafverfahren beteiligt

Über mehrere Jahre hat Monika Bulin für den Aachener Frauennotruf an der Entwicklung und Ausarbeitung der nun vorliegenden "Mindeststandards für die psychosoziale [...]

 

© Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen in Aachen e.V.|Impressum|Webdesign GERMAX media, Aachen|Login K.O.